Tennisball mit Krone

Die erfolgreichsten Doppelnationen: Über amerikanische und australische Doppelkönige und warum sie bald den Thron verlieren könnten

Von Tillmann Becker-Wahl

Viele Jahrzehnte lang, in gewisser Weise seit Beginn der Tennisgeschichte, lieferten sich die USA und Australien ein einsames Kopf-an-Kopf-Rennen, wenn es um die Frage ging, wer denn nun die erfolgreichste Tennisdoppel-Nation der Welt ist. Oder besser gesagt: fast ganz einsam. Anfang der 1900er-Jahre noch durfte Großbritannien, das Mutterland des Lawn-Tennis, mit um die Krone im Tennisdoppel jagen – beim Wimbledon-Turnier oder dem Davis Cup. Spätestens seit der Open Era ist das allerdings Geschichte. Fortan war es ein Zweikampf zwischen den USA und Australien, nur selten unterbrochen von Ländern wie Schweden, Frankreich oder Südafrika. Vorerst entschieden, so scheint es, haben diesen nun die USA: Die Bryan-Brüder, das erfolgreichste Doppelgespann der Geschichte, haben ihr Land in bislang unerreichbare Doppeltitel-Sphären katapultiert. Doch warum sind gerade die US-Amerikaner solch erfolgreiche Doppelspieler? Und bahnt sich nicht vielleicht gerade jetzt ein Führungswechsel an? Eine Spurensuche.

Sie sprechen eine deutliche Sprache, die Zahlen aus der Tennisdoppelwelt: 119 Grand-Slam-Titel seit der Open Era, 38 gewonnene ATP Finals und 32 Davis-Cup-Siege – Spieler aus den USA machten ihr Land zur unangefochtenen Doppelmacht. Einzig noch die Spieler Australiens können mit insgesamt 133 errungenen Titeln mithalten, wie die Weltkarte der erfolgreichsten Doppelnationen zeigt. Weit abgeschlagen: der Rest der Welt. Vierzig Titel, die meisten davon bei Grand Slams, gewannen Spieler aus Schweden. Das reicht in der Welt des Doppels für Bronze, während Deutschland mit gerade einmal acht Titeln im oberen Mittelfeld landet.

Doch warum sind nun ausgerechnet US-Amerikaner und Australier so erfolgreiche Doppelspezialisten? Wir haben uns auf Spurensuche begeben – und sie beginnt zu der Zeit, in der die Briten das moderne (Lawn-)Tennis erfanden.

Als Walter Clopton Wingfield in den 1870er-Jahren das Rasentennis entwickelte, ahnte er sicher noch nicht, welchen Erfolg diese Sportart nur kurze Zeit später feiern sollte. Wingfield begann damit, fertige Tennissets zu verkaufen – bestehend aus einem Ball, einem Schläger und einem Netz. Schnell fing die britische Mittel- und Oberschicht an, Rasentennis zu lieben. Vor allem, weil sich herausstellte, dass dieses Spiel ideal war, um sich mit Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern zu treffen.

Doch vielmehr bot Tennis die Gelegenheit, auch das andere Geschlecht kennenzulernen. Denn anders als bei anderen Sportarten oder gesellschaftlichen Veranstaltungen zu dieser Zeit, waren Frauen beim Tennis von Anfang an als gleichberechtigte Mitspielerinnen akzeptiert. Um ihre Langeweile zu bekämpfen, spielte die britische Oberschicht daher nicht nur Einzel, sondern vor allem auch Doppel – einfach, um dem anderen Geschlecht näher zu kommen. Doppel: Ein Partyspiel, das in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts oft nur „Verlobungstennis“ hieß.

Nicht gänzlich überraschend scheint daher, dass bei den ersten Wimbledon-Turnieren ab 1877 nur Einzel gespielt wurden. Englische Doppelmeisterschaften – die gab es einzig an der University of Oxford. Sieben Jahre dauerte es letztlich, bis die Wimbledon-Veranstalter ihr Turnier im Jahr 1884 auch für die Doppelkonkurrenz öffneten.

Die ersten Tennismächte spielen Doppel

Schneller ging es zu dieser Zeit bereits in den USA. Kurz nachdem Wingfield seine Sets in Großbritannien verkaufte, gelangten diese nach Nordamerika. Urlauber brachten sie mit in die Vereinigten Staaten. Auch in den USA wuchs die Popularität rasant. 1881 schließlich fanden die ersten Amerikanischen Meisterschaften statt, die heutigen US Open. Neben des Einzelwettbewerbs gab es gleich auch ein Doppelturnier. Ähnlich sah es in Frankreich wie auch in der zu dieser Zeit noch britischen Kolonie Australien aus. Dort entwickelte sich parallel das sogenannte Australian Doubles, ein Spiel, bei dem eine Doppelpaarung zu zweit gegen einen Einzelnen spielt. Es ist eine Variante, die noch heute in Australien bei Showmatches großes Interesse weckt.

Wirklich überraschend ist es daher nicht, dass es nur wenige Jahre dauerte, bis diese vier Länder auch die ersten großen Tennisnationen waren. Denn: Die zu dieser Zeit noch großen Reisestrapazen konnten oder wollten nur die wenigsten ausländischen Tennisspieler auf sich nehmen. An den Britischen Meisterschaften nahmen überwiegend Briten teil, an den Amerikanischen Meisterschaften vor allem US-Amerikaner. In Australien schlugen Australier auf und in Frankreich überwiegend Franzosen.

Zeitgleich entwickelte sich 1899 die Idee des heutigen Davis Cups. Schon länger forderten US-amerikanische Segler ihre britischen Konkurrenten beim America’s Cup heraus. Das brachte einen Freundeskreis aus Harvard-Studenten um Dwight Filley Davis auf die Idee, ein ähnliches Turnier im Tennis ins Leben zu rufen. Die Harvard-Studenten stellten sich beim Präsidenten des US-amerikanischen Tennisverbands vor. Auch er wollte schon länger eine Tennis-Weltmeisterschaft spielen. Davis bot dem US-Tennisverband an, einen Pokal aus Sterling-Silber zu besorgen. So wiederum konnte der amerikanische den britischen Verband überzeugen.

Davis war fortan damit beauftragt, einen Spielmodus zu entwickeln. Als amtierender amerikanischer Doppelmeister war für ihn schnell klar: Nicht nur das Einzel, sondern vor allem das Doppel sollte über den späteren Sieger entscheiden. Schon ein Jahr später, 1900, reisten die britischen Spieler in die USA, um bei der ersten „International Lawn Tennis Challenge“ anzutreten. Im Longwood Cricket Club in Boston gewannen, für viele überraschend, die US-amerikanischen College-Spieler.

Der Davis Cup wächst, die alten Tennisnationen bleiben unschlagbar

Der neu geschaffene Davis Cup sorgte für einen nächsten Tennis-Popularitätsboom in den USA. Aus dem anfänglichen Zweikampf zwischen den USA und Großbritannien entwickelte sich ab 1905 ein Turnier mit weiteren Nationen: Nun spielten erstmals neben den zwei Gründungsnationen immer mal wieder auch Australasien (eine Mannschaft mit Spielern aus Australien und Neuseeland), Frankreich, Belgien und Österreich um den Sieg bei der International Lawn Tennis Challenge mit. 1913 stieß mit Deutschland ein weiteres Land hinzu.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entwickelte sich der Davis Cup vollends zu einer inoffiziellen Weltmeisterschaft. Teilweise mehr als 30 Nationen spielten um den Titel. Und dennoch: Es dauerte bis ins Jahr 1975 bis mit Schweden erstmals eine andere Nation als Australien, Großbritannien, Frankreich oder die USA den Davis Cup gewinnen konnte. Auf Schweden folgte Italien – und damit das Zeichen, dass nun auch Spieler anderer Nationen zur Tennisweltspitze gehörten.

Nichtsdestotrotz, die Grafik zeigt: Auch noch lange danach blieben Spieler aus Australien und den USA bei den Doppel-Grand-Slams zumeist ungeschlagen. Ein noch deutlicheres Bild zeichnen die US-amerikanischen Titel bei den ATP Finals. Dass gerade im Doppel die USA und Australien so erfolgreich sind, erklärt sich mit den dortigen Tennistraditionen seit dem späten 19. Jahrhundert, den daraus entstandenen Major-Turnieren – den heutigen Grand Slams – und der anfänglichen Reiseproblematik.

Doch besonders in den USA förderte noch ein weiterer, viel entscheidenderer Grund die amerikanische Doppelstärke: die US-College-Struktur.

Schon früh führte die Tennisbeliebtheit bei amerikanischen Akademikern dazu, dass der Sport auch an den US-Colleges an Bedeutung gewann. Von Beginn an fokussierte sich der Wettbewerb nicht nur aufs Einzel, sondern eben auch aufs Doppel. Eine Glaubensfrage, die in den USA noch heute ihre Gültigkeit besitzt.

Doppel als Ausbildungsmerkmal der US-Colleges

Sowohl die Verantwortlichen des US-College-Tennis als auch die College-Trainer selbst sehen im Doppel eine entscheidende Rolle, um aus einem jungen Talent einen vielseitigen Spitzenspieler zu formen. Das glauben auch die Spieler selbst. Bobby Reynolds, ehemaliger Tennisprofi und College-Spieler, glaubt, dass „das Doppel einem Spieler die Möglichkeit gibt, spezielle Aufschlagvarianten unter Wettkampfbedingungen zu lernen und zu verstehen, wie der Gegenspieler auf diese returniert“. Das helfe dem Spieler später im Einzel. Ähnlich sieht das auch Rafael Nadal: „Ich freue mich immer, wenn ich Doppel spielen kann. Es ist einfach eine gute Gelegenheit, Dinge zu trainieren, die dein Tennis insgesamt verbessern.“

Damit die College-Spieler also nicht nur auf dem Trainingsplatz in Doppelformationen stehen, hat die US-amerikanische Sportliga NCAA (National Collegiate Athletic Association) in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem US-amerikanischen Tennisverband die Bedeutung des Doppels im Ligabetrieb nochmals verstärkt: So starten die Ligaspiele der drei NCAA-Divisionen, die sogenannten Dual Matches, in denen sechs Spieler der einen gegen sechs Spieler der anderen Universität antreten, nun gleich mit den drei Doppeln. Erst anschließend stehen die Spieler für ihr Einzel auf dem Platz.

Doch vor allem die Ergebnisse in diesen ersten drei Doppelmatches sind von besonderer Bedeutung: Denn während jeder Sieg im Einzel der Universität jeweils einen Punkt im Dual Match beschert, erhält beim Doppel nur diejenige Universität einen Punkt, die zwei der drei Doppel für sich entscheiden konnte. Damit ist dieser sogenannte Doppelpunkt mittlerweile „oft der wichtigste Punkt in Dual Matches“, findet Jaco Keyser, Cheftrainer des Frauenteams der University of South Alabama.

Das haben nun auch einige Spielerinnen und Spieler selbst verinnerlicht – wie Luca Corinteli.

Im Frühjahr 2016 spielte Corinteli mit der University of Virginia im Finale der NCAA Division 1 Championships gegen die University of Oklahoma. Sowohl Virginia als auch Oklahoma konnten jeweils eines der ersten beiden Doppel gewinnen. Wer sich den Doppelpunkt sichern sollte – das entschied sich nun im dritten Doppel. Corinteli und sein Partner Ryan Shane schlugen für Virginia auf. „Wir wussten“, erinnert sich Corinteli, „dass es vielleicht darüber entscheidet, wer am Ende den Titel gewinnt.“ Die Zuschauer knabberten an ihren Fingernägeln, als sie auf das noch laufende, letzte Doppelmatch blickten.

US-Colleges suchen starke Doppelspieler

Inzwischen hat diese Doppel-Dramatik dazu geführt, dass College-Trainer explizit nach starken Doppelspielern suchen. „Als Trainer einer Division-1-Universität ist es entscheidend, Spieler zu finden, die nicht nur gut im Einzel, sondern auch starke Doppelspieler sind“, sagt Jaco Keyser. Scott Kidd, Trainer an der Troy University, bemängelt, dass leider trotzdem noch immer „zu viele junge Spieler nicht verstehen“, wie wichtig Doppel auf College-Ebene ist“. Es gebe so viele gute Einzelspieler, sagt er, „aber jemanden zu finden, der das Team im Einzel und Doppel weiterbringt, ist um ein Vielfaches schwerer. Spieler, die das können, haben bei mir einen großen Bonus.“

Die University of Virginia jedenfalls scheint damals die richtigen Spieler gefunden zu haben. Corinteli und Shane gewannen ihr Doppel – und Virginia 2016 ihren dritten Titel in der NCAA Division 1 innerhalb von vier Jahren.

Das Doppel also wird an US-Colleges großgeschrieben – und hat so nicht nur das Scouting der College-Trainer beeinflusst. Vielmehr hat das Doppelspiel gar das gesamte Training der jungen Sportler verändert: „Bevor ich aufs College gegangen bin, konnte ich an einer Hand abzählen, wie oft ich fürs Doppel trainiert habe“, sagt Rajeev Ram, der Anfang 2020 die Australian Open im Doppel gewann.

„Im College aber haben wir tagtäglich unser Doppelspiel trainiert.“ Das sei der Hauptgrund, glaubt Ram, warum sich Spieler gerade auf dem College zu außergewöhnlich guten Doppelspielern entwickeln würden.

Denn Ram ist keine Ausnahme. Viele erfolgreiche Doppelspieler der letzten Jahre haben in der US-College-Liga gespielt. Die bekanntesten Absolventen sind wohl die Brüder Bob und Mike Bryan, die für die Stanford University aufschlugen. Auch aktuell haben von den zurzeit 20 weltweit besten Doppelspielern vier ein US-College besucht (Stand: Mai 2020) – eine Quote, die man im Einzel vergeblich sucht.

Dieses Phänomen erklärt sich einerseits durch eben jenen besonderen Stellenwert des Doppels im College-Tennis. Zum anderen liegt es aber auch am College-Sport-System selbst. So können nur solche Spieler für eine US-Universität aufschlagen, die noch keine Profis sind. Hochtalentierte Jungspieler, die bereits auf der Tour spielen, fallen somit aus dem Raster. College-Tennis ist damit vor allem für diejenigen Spieler interessant, die mit 18 Jahren zwar große Talente, aber noch nicht bereit für die Profitour sind. Vereinfacht heißt das: Die Idee und das System College produzieren vor allem Doppel- statt Einzelprofis. Die aktuell bekanntesten Ausnahmen stellen wohl John Isner und Kevin Anderson dar.

Doppel „ist etwas, das für alle, aber besonders für College-Spieler gewaltig ist“, sagt auch die ehemalige Doppelspielerin Megan Moulton-Levy. „Alle College-Spieler, die heute bei den Profis spielen, spielen Doppel.“ Lange Zeit profitierte davon der US-amerikanische Tennisverband, der – gemeinsam mit Australien – Jahr für Jahr mit seinen Spielern die meisten Doppeltrophäen einsammelte.

Dass nun von den besten Doppelpaarungen aller Zeiten auch die meisten Spieler aus eben diesen beiden Ländern kommen sollen, überrascht nicht. Bewiesen haben will das Kristijan Breznik, der 2015 eine Studie veröffentlichte, in der er die besten männlichen Doppelpaarungen seit der Open Era bis zum Jahr 2014 analysierte. Elf der 20 Spieler kommen in Brezniks Modell aus den USA oder Australien. So sichern sich die US-amerikanischen Bryan-Brüder die Spitzenposition, gefolgt von der australischen Paarung Mark Woodforde/Todd Woodbridge. Der dritte Platz allerdings überrascht – und zeigt mit Daniel Nestor aus Kanada und Mark Knowles von den Bahamas, dass sich bereits 2014 neben US-amerikanischen und australischen Spielern auch solche aus anderen Nationen in Brezniks Bestenrangliste spielen konnten.

Australien verliert seine Vormachtstellung

Blickt man nun auf die Daten seit 2010, zeigt die Grafik, dass Australien seine Doppel-Vormachtstellung bereits aufgeben musste. Mit John Peers gewann in diesem Zeitraum nur ein australischer Doppelspieler einen Grand-Slam-Titel – 2017, bei den heimischen Australian Open. Der US-amerikanische Verband hingegen konnte noch 25 weitere Sieger feiern – und somit 31,25 Prozent aller Grand-Slam-Titelträger seit 2010. Und dennoch: Mit Frankreich (zehn Sieger), Deutschland, Großbritannien, Kanada und Kolumbien (jeweils vier Sieger) lauern nun gleich eine ganze Reihe weiterer Nationen, um endlich den Thron der Doppelkönige erklimmen zu können.

Ein noch ausgeglicheneres Bild zeigt sich bei den ATP Finals: Seit 2010 konnte in 25 Prozent aller Fälle ein US-amerikanischer Doppelspieler den Saisonabschluss-Titel feiern. Das klingt erstmal viel, doch dicht darauf folgen mit Frankreich, Finnland, Kanada und Australien gleich vier Nationen: Jeweils 12,5 Prozent aller Titel gingen in diesem Zeitraum an Spieler aus einem dieser Länder. Warum aber scheint sich nun plötzlich ein Bild zu verändern, das für mehrere Jahrzehnte fest das Doppeltennis prägte?

Die Antwort darauf könnte sich zum einen in den USA selbst, zum anderen aber auch beim Internationalen Tennisverband (ITF) finden.

Dank der Globalisierung studieren nämlich mittlerweile nicht mehr nur US-Amerikaner an ihren eigenen Universitäten. Stattdessen werben Agenturen damit, Tennistalenten aus aller Welt bei ihren College-Bewerbungen zu helfen. Die Folge: Nicht-US-amerikanische Studenten genießen das besondere Doppeltraining des US-amerikanischen College-Systems. So haben unter anderem mit dem Kolumbianer Robert Farah (University of Southern California) sowie dem Briten Joe Salisbury (University of Memphis) gleich zwei Top-Ten-Doppelspieler in der US-College-Liga gespielt (Stand: Mai 2020).

Darüber hinaus werden immer wieder kritische Stimmen laut, die glauben, dass das US-amerikanische Nachwuchssystem unterhalb der College-Ebene die Bedeutung des Doppels in den letzten Jahren vergessen hätte. Die Folge: Gerade im ersten College-Jahr seien US-Amerikaner ihren europäischen Mitspielern auf dem Doppelplatz unterlegen.

Ein weiterer Grund der neuen Stärke europäischer Doppelspieler könnte auch das veränderte Ranking-System der ITF sein. Bereits vor einigen Jahren veränderte der Tennisweltverband sein ITF Junior World Ranking hin zu einer kombinierten Rangliste: Mit 75 Prozent gewichtet die ITF seitdem Ergebnisse im Einzel, mit 25 Prozent jene im Doppel. Das hat auch den Fokus vieler europäischer Nachwuchsspieler geändert: Sie achten in ihrer Ausbildung nun immer häufiger auf ihr Doppelspiel.

2019 veröffentlichte der Tennisweltverband den ITF Global Tennis Report. Mit mehr als 22 Prozent aller Tennisspieler weltweit kommen die meisten aus China. Kurz dahinter folgen mit knapp 21 Prozent die USA. Auffällig ist jedoch etwas anderes: Zwar kommen mit 9,52 Prozent die meisten Doppelprofis weiterhin aus den Vereinigten Staaten. Doch folgen mit Italien (6,99 Prozent aller Doppelprofis weltweit), Frankreich (6,22 Prozent) und Spanien (4,59 Prozent) solche Nationen, die – zumindest teils – vergleichsweise wenige Tennisspieler stellen. Lediglich 2,29 Prozent aller Tennisspieler weltweit kommen beispielsweise aus Italien.

Ob das ein Zeichen der US-amerikanischen Wachablösung im Tennisdoppel ist? Noch ist das nicht eindeutig geklärt. Doch ab sofort werden die USA wohl härter denn je um ihre Titel im Doppeltennis kämpfen müssen.

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